Hafenentwicklung

Der Schwerpunkt liegt auf der Umgestaltung des ehemaligen Hafens in ein neues attraktives Zentrum, das mit dem bestehenden Ortskern verbunden werden soll. Beispielsweise sollen neue Angebote im Bereich Gastronomie und Beherbergung entstehen sowie eine Fläche für Veranstaltungsmöglichkeiten, ein Hafenmuseum, eine Promenade und eine Brücke, um auf direktem Wege zur Seehundstation zu gelangen. Der in 2019/2020 beginnende Umbau der Seehundstation spielt als touristisches Alleinstellungsmerkmal des Ortes nicht nur eine maßgebliche Rolle, sondern stellt auch den symbolischen Beginn der Neugestaltung des Hafenareals dar.

 

Aktueller Sachstand (April 2019) 

Die konzeptionelle Entwicklung und Neuausrichtung des Hafenareals standen im Mittelpunkt von 2018. Mit der Erstellung des sogenannten Hafenentwicklungskonzeptes wurde SWUP GmbH, ein Büro für Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Mediation, Anfang März beauftragt. Die touristische Begleitberatung erfolgt durch die Vota Freizeit und Spezialimmobilien Beratung GmbH. Mit Hilfe einer intensiven Bürgerbeteiligung, diversen Arbeitsgruppentreffen mit der Gemeindevertretung und vielen Einzelgesprächen mit Fachleuten, Anwohnern, Betreibern und Eigentümern des Hafenareals, konnte das finale Konzept bereits am 17. Dezember im Rahmen der 8. Sitzung der Gemeindevertretung öffentlich präsentiert und mehrheitlich beschlossen werden. Die Präsentation zu der Veranstaltung, den dazugehörigen Presseartikel und das beschlossene Hafenentwicklungskonzept können hier eingesehen werden.

Grundlage für die Erstellung des Konzeptes war das in 2017 erstellte Wasserqualitätsgutachten sowie das in 2016 von der Gemeindevertretung beschlossene Entwicklungsszenario. Die damals angedachten Maßnahmen für die Neuausrichtung des Hafens wurden auf technische und finanzielle Umsetzbarkeit geprüft und in das Konzept integriert. Gefördert wurde die Erstellung des Konzeptes aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) und des Förderfonds Hamburg-Schleswig-Holstein der Metropolregion Hamburg.  

Im nächsten Schritt sollen die Gespräche mit dem Land hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse und Fördermöglichkeiten wieder aufgenommen werden.

 

Der Weg zum Hafenentwicklungskonzept

Im Folgenden sind die einzelnen Schritte bis zur Erstellung des Konzeptes aufgeführt:  

Zweite Bürgerbeteiligungsveranstaltung im September 2018

Letzten Donnerstag, am 13. September, fand die zweite Informationsveranstaltung zur Hafenentwicklung in Friedrichskoog statt. Hundertsechzig Friedrichskooger kamen der Einladung nach und ließen sich von dem Planungsbüro SWUP über den aktuellen Sachstand der Planungen informieren. Die Präsentation der Veranstaltung ist hier zu finden sowie der dazugehörige Zeitungsartikel aus der Marner Zeitung vom 15.9.2018. Die politische Legitimierung der Variante 6 erfolgte durch die Gemeindevertretung auf ihrer Sitzung am 1. Oktober 2018.

Erste Bürgerbeteiligungsveranstaltung im April 2018

Am 21.4. fand die erste Bürgerbeteiligungsveranstaltung zur Ideensammlung für die Neuausrichtung des Hafenareals im Haus des Kurgastes statt. Nach einer Kurzpräsentation des aktuellen Sachstandes zur Hafenentwicklung durch SWUP GmbH, wurde angeregt zu den drei Themen „Geschichte und neue Identität“, „Verkehr und Wege“ und „Beherbergung und Gastronomie“ diskutiert. Einen Einblick in die Veranstaltung liefert der Zeitungsartikel aus der Marner Zeitung vom 25.04.2018. Die Präsentation sowie das Protokoll der Veranstaltung können hier eingesehen werden: Präsentation „Planungswerkstatt zur Entwicklung des Hafenareals“ und „Fotoprotokoll der Bürgerbeteiligung“. Die nächste Informations- / Diskussionsveranstaltung zu dem Konzept mit den eingearbeiteten Bürgerideen soll es Ende August / Anfang September geben.

Ergebnisse des Wasserqualitätsgutachtens

Das Hamburger Büro KLS Gewässerschutz wurde im April 2017 mit der Erstellung eines Wasserqualitätsgutachtens für den ehemaligen Hafen beauftragt. An fünf Stellen wurden an fünf Terminen im Zeitraum von April bis Oktober 2017 Wasserproben entnommen. Die Proben wurden an den Zuflüssen aus den Kögen kurz vor der Einmündung ins Hafenbecken, vor und im Hafenbecken genommen. Der aktuelle Zustand wird folgendermaßen beschrieben:

  • typisches, küstennahes, nährstoffreiches Marschgewässer
  • hohe Nährstoffgehalte (Phosphor) spiegeln den Boden des Einzugsgebietes und die landwirtschaftliche Nutzung wieder
  • starke Wasserfärbung durch Algenwachstum
  • schwankender, im Sommer hoher Salzgehalt durch nachdrückendes Grundwasser
  • Ausbildung einer Schichtung im Sommer führt zeitweise zu Schwankungen beim Sauerstoffgehalt
  • zeitweise Massenentwicklungen von Kieselalgen
  • keine Blaualgenentwicklung
  • Keimbelastung unklarer Herkunft

Das gesamte Gutachten können Sie hier einsehen.

Erstellung des Entwicklungsszenarios

Zur Erstellung einer Verhandlungsgrundlage für Kompensationsmaßnahmen mit dem Land Schleswig-Holstein wurde SWUP GmbH 2016 mit der Entwicklung eines weiterführenden Szenarios für den Hafen beauftragt. Dabei handelt es sich um eine Ideenskizze, die einen Rahmen mit Optionen schafft. Im Dezember 2016 waren Mitarbeiter von der SWUP GmbH vor Ort, um sich ein Bild von der Hafensituation zu machen und Informationen zur touristischen Neuausrichtung des Hafens zu sammeln. Dafür besichtigten die Mitarbeiter das Hafenareal und die Seehundstation. Weiterhin berichteten 12 Vertreter aus Politik und Tourismus über ihre Vorstellungen zur Hafenentwicklung. Teilnehmer waren u.a. der LKN, der Deich- und Hauptsielverband, die Seehundstation, die Bürgerinitiative Hafen und Novasol. Das Entwicklungsszenario wurde auf der 39. Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Friedrichskoog zustimmend zur Kenntnis genommen und bildet die Grundlage für das in 2018 zu erstellende Hafenentwicklungskonzept.

Einwerben von Fördergeldern für die Erstellung des Hafenentwicklungskonzeptes / der Machbarkeitsstudie

Die Kosten für die Erstellung des Konzeptes bzw. der Machbarkeitsstudie wurden auf 132.250,- € netto geschätzt. Um den Eigenanteil der Gemeinde so gering wie möglich zu halten, konnten 2017 Fördermittel aus zwei unterschiedlichen Fördertöpfen akquiriert und miteinander kombiniert werden. Über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) werden 50.000,-€ des Konzeptes finanziert und über weitere Mittel der Förderfonds Hamburg-Schleswig-Holstein der Metropolregion Hamburg kann der Eigenanteil der Gemeinde um 41.125,-€ aufgestockt werden. Für die Gemeinde verblieb ein Eigenanteil in Höhe von 41.125,-€.

Schöpfwerkbau

Im Mai 2017 hat der Baubeginn des Schöpfwerkes durch das Land Schleswig-Holstein begonnen. Die Fertigstellung soll im Frühjahr 2019 erfolgen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Frühjahr 2017 die Beschwerde der Nichtzulassung der Revision im Verfahren um die Hafeneinziehung durch die Marscheider-Maschinenbau GmbH zurückgewiesen, sodass damit die Einziehung des Hafens rechtsgültig ist und der Sofortvollzug für den Bau des Schöpfwerks beantragt und dem auch stattgegeben wurde. Das Ergebnis der Klage der Gemeinde gegen den Planfeststellungsbeschluss des Schöpfwerkes steht noch aus.

 

Aus- und Umbau der Seehundstation

Die Umbauarbeiten werden vom Land Schleswig-Holstein gefördert und sollen im letzen Quartal 2019 beginnen. Als erste Baumaßnahme soll ein neues Eingangsgebäude entstehen. Zudem findet momentan die Umwandlung des Vereins "Seehundstation Friedrichskoog e.V." in eine gGmbH statt. Grund dafür ist der finanzielle Rückhalt der Seehundstation im Hinblick auf die geplanten Aus- und Umbaumaßnahmen.

Auflage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) zur Förderung war zudem die Erstellung eines Parkplatzkonzeptes, das vom Umsetzungsmanagement in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Oktober 2016 angefertigt und eingereicht wurde. Außerdem hat der LKN eine halbe Stelle für die Unterstützung der Seehundstation bei den Umbaumaßnahmen geschaffen.

Stand: April 2019