Hafenentwicklung

Die Neugestaltung des Hafenareals beinhaltet den Aus- und Umbau der Seehundstation, die Schaffung eines Erlebnispfades „Abenteuer Wattenmeer“, die Attraktivierung des Indoor-Spiele Wals Willi und die Schaffung zusätzlicher gastronomischer Angebote. Mit der endgültigen Schließung des Hafens kommen weitere Maßnahmen wie der Schöpfwerksbau sowie die Sicherstellung ausreichender Wasserqualität und des Wasserstandes hinzu. Weitere Ideen beinhalten beispielsweise eine Hafenquerung zwischen der Seehundstation und dem Indoor-Spiele Wal zu schaffen, das Angebot im Bereich Beherbergung und Gastronomie auszubauen und eine Promenade einzurichten. Ziel ist es, den Hafen zu einem lebendigen Ortszentrum zu entwickeln.

 

Aktueller Sachstand (September 2018) 

Die konzeptionelle Entwicklung und Neuausrichtung des Hafenareals hat sich die Gemeinde für 2018 vorgenommen. Mit der Erstellung des sogenannten Hafenentwicklungskonzeptes wurde SWUP GmbH, ein Büro für Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Mediation, Anfang März beauftragt. Neben der Einbeziehung der Wünsche und Anregungen der Gemeindeeinwohner, wird die Überprüfung der angedachten Maßnahmen auf technische und finanzielle Umsetzbarkeit ein genauso wichtiger Bestandteil des Konzeptes darstellen. Bis zum Ende des Jahres soll das Konzept vorliegen.

Grundlage für die Erstellung des Konzeptes bilden neben den Ideen der Bürgerinnen und Bürger Friedrichskoogs, das in 2017 erstellte Wasserqualitätsgutachten sowie das in 2016 von der Gemeindevertretung beschlossene Entwicklungsszenario.

 

Weiterführende Informationen

Zweite Bürgerbeteiligungsveranstaltung im September 2018

Letzten Donnerstag, am 13. September, fand die zweite Informationsveranstaltung zur Hafenentwicklung in Friedrichskoog statt. Hundertsechzig Friedrichskooger kamen der Einladung nach und ließen sich von dem Planungsbüro SWUP über den aktuellen Sachstand der Planungen informieren. Die Präsentation der Veranstaltung ist hier zu finden sowie der dazugehörige Zeitungsartikel aus der Marner Zeitung vom 15.9.2018. Als nächstes erfolgt die politische Legitimierung in der Gemeindevertretersitzung, dann die Kostenabschätzung sowie die finale Ergebnispräsentation im Dezember.

Erste Bürgerbeteiligungsveranstaltung im April 2018

Am 21.4. fand die erste Bürgerbeteiligungsveranstaltung zur Ideensammlung für die Neuausrichtung des Hafenareals im Haus des Kurgastes statt. Nach einer Kurzpräsentation des aktuellen Sachstandes zur Hafenentwicklung durch SWUP GmbH, wurde angeregt zu den drei Themen „Geschichte und neue Identität“, „Verkehr und Wege“ und „Beherbergung und Gastronomie“ diskutiert. Einen Einblick in die Veranstaltung liefert der Zeitungsartikel aus der Marner Zeitung vom 25.04.2018. Die Präsentation sowie das Protokoll der Veranstaltung können hier eingesehen werden: Präsentation „Planungswerkstatt zur Entwicklung des Hafenareals“ und „Fotoprotokoll der Bürgerbeteiligung“. Die nächste Informations- / Diskussionsveranstaltung zu dem Konzept mit den eingearbeiteten Bürgerideen soll es Ende August / Anfang September geben.

Ergebnisse des Wasserqualitätsgutachtens

Das Hamburger Büro KLS Gewässerschutz wurde im April 2017 mit der Erstellung eines Wasserqualitätsgutachtens für den ehemaligen Hafen beauftragt. An fünf Stellen wurden an fünf Terminen im Zeitraum von April bis Oktober 2017 Wasserproben entnommen. Die Proben wurden an den Zuflüssen aus den Kögen kurz vor der Einmündung ins Hafenbecken, vor und im Hafenbecken genommen. Der aktuelle Zustand wird folgendermaßen beschrieben:

  • typisches, küstennahes, nährstoffreiches Marschgewässer
  • hohe Nährstoffgehalte (Phosphor) spiegeln den Boden des Einzugsgebietes und die landwirtschaftliche Nutzung wieder
  • starke Wasserfärbung durch Algenwachstum
  • schwankender, im Sommer hoher Salzgehalt durch nachdrückendes Grundwasser
  • Ausbildung einer Schichtung im Sommer führt zeitweise zu Schwankungen beim Sauerstoffgehalt
  • zeitweise Massenentwicklungen von Kieselalgen
  • keine Blaualgenentwicklung
  • Keimbelastung unklarer Herkunft

Das gesamte Gutachten können Sie hier einsehen.

Entwicklungsszenario

Zur Erstellung einer Verhandlungsgrundlage für Kompensationsmaßnahmen mit dem Land Schleswig-Holstein wurde SWUP GmbH 2016 mit der Entwicklung eines weiterführenden Szenarios für den Hafen beauftragt. Dabei handelt es sich um eine Ideenskizze, die einen Rahmen mit Optionen schafft. Im Dezember 2016 waren Mitarbeiter von der SWUP GmbH vor Ort, um sich ein Bild von der Hafensituation zu machen und Informationen zur touristischen Neuausrichtung des Hafens zu sammeln. Dafür besichtigten die Mitarbeiter das Hafenareal und die Seehundstation. Weiterhin berichteten 12 Vertreter aus Politik und Tourismus über ihre Vorstellungen zur Hafenentwicklung. Teilnehmer waren u.a. der LKN, der Deich- und Hauptsielverband, die Seehundstation, die Bürgerinitiative Hafen und Novasol. Das Entwicklungsszenario wurde auf der 39. Sitzung der Gemeindevertretung der Gemeinde Friedrichskoog zustimmend zur Kenntnis genommen und bildet die Grundlage für das in 2018 zu erstellende Hafenentwicklungskonzept.

Förderung des Hafenentwicklungskonzeptes / der Machbarkeitsstudie

Die Kosten für die Erstellung des Konzeptes bzw. der Machbarkeitsstudie belaufen sich auf 132.250,- € netto. Um den Eigenanteil der Gemeinde so gering wie möglich zu halten, konnten 2017 Fördermittel aus zwei unterschiedlichen Fördertöpfen akquiriert und miteinander kombiniert werden. Über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) werden 50.000,-€ des Konzeptes finanziert und über weitere Mittel der Förderfonds Hamburg-Schleswig-Holstein der Metropolregion Hamburg kann der Eigenanteil der Gemeinde um 41.125,-€ aufgestockt werden. Für die Gemeinde verbleibt ein Eigenanteil in Höhe von 41.125,-€.

Schöpfwerkbau

Im Mai 2017 hat der Baubeginn des Schöpfwerkes durch das Land Schleswig-Holstein begonnen. Die Fertigstellung soll im Sommer 2018 erfolgen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Frühjahr 2017 die Beschwerde der Nichtzulassung der Revision im Verfahren um die Hafeneinziehung durch die Marscheider-Maschinenbau GmbH zurückgewiesen, sodass damit die Einziehung des Hafens rechtsgültig ist und der Sofortvollzug für den Bau des Schöpfwerks beantragt und dem auch stattgegeben wurde. Das Ergebnis der Klage der Gemeinde gegen den Planfeststellungsbeschluss des Schöpfwerkes steht noch aus.

Umbau der Seehundstation

Die Umbauarbeiten werden vom Land Schleswig-Holstein gefördert. Die Sanierung des Seehundbeckens soll im Herbst 2018 beginnen, die Umbauarbeit in 2019. Auflage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) zur Förderung war die Erstellung eines Parkplatzkonzeptes, das vom Umsetzungsmanagement in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Oktober 2016 angefertigt und eingereicht wurde. Außerdem hat der LKN eine halbe Stelle für die Unterstützung der Seehundstation bei den Umbaumaßnahmen geschaffen.