Hafenentwicklung

Die Neugestaltung des Hafenareals beinhaltet den Aus- und Umbau der Seehundstation, die Schaffung eines Erlebnispfades „Abenteuer Wattenmeer“, die Attraktivierung des Indoor-Spiele Wals Willi und die Schaffung zusätzlicher gastronomischer Angebote. Mit der endgültigen Schließung des Hafens kommen weitere Maßnahmen wie der Schöpfwerksbau sowie die Sicherstellung ausreichender Wasserqualität und des Wasserstandes hinzu. Weitere Ideen beinhalten beispielsweise eine Hafenquerung zwischen der Seehundstation und dem Indoor-Spiele Wal zu schaffen, das Angebot im Bereich Beherbergung und Gastronomie auszubauen und eine Promenade einzurichten. Ziel ist es, den Hafen zu einem lebendigen Ortszentrum zu entwickeln.

 

Städtebauliche Entwicklung des Hafens

Die Entwicklung des städtebaulichen Konzeptes für den Hafen ist für 2018 geplant. Der Prozess wird voraussichtlich ein bis eineinhalb Jahre dauern und beinhaltet eine von Anfang an stattfindende intensive Bürgerbeteiligung. Für die Erstellung des Konzeptes (Gesamtkosten von ca. 133.000,-€ netto) werden zurzeit Fördermittel akquiriert.

Fördermöglichkeiten bestehen über die AktivRegion Dithmarschen oder über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK). Die eingereichte Bewerbungsskizze für die Förderung des städtebaulichen Konzeptes wurde vom Vorstand der AktivRegion in seiner Sitzung am 15.11.16 beschlossen. Da zuerst jedoch der Förderanteil aus GAK-Mitteln höher erschien als der aus der AktivRegion, wurde der Gemeinde empfohlen, ihren Antrag bei der AktivRegion zurückzuziehen und alternativ eine Förderung über GAK-Mittel zu beantragen. Im November 2016 wurde der Antrag eingereicht und der Gemeinde in einem Schreiben im ersten Quartal 2017 eine Förderung in Aussicht gestellt. Auf Grund der Fördervorgaben wird bei einer GAK-Förderung jedoch auch nur eine maximale Bezuschussung von 50.000,- € für Studien und Konzepte gewährt.

Um den Eigenanteil der Gemeinde zu reduzieren, wurde geklärt, ob eine Aufstockung des Eigenanteils (bis zu maximal 50% des Eigenanteils) über Mittel des Förderfonds Hamburg – Schleswig-Holstein möglich ist. Bei einem Treffen mit den Vertretern des Förderfonds im Mai 2017 konnten offene Fragen geklärt werden, sodass Mitte Juli der Förderantrag eingereicht werden konnte. Obwohl eine Entscheidung erst Mitte September zu erwarten ist, hat die Gemeinde bereits Mitte Juli den Bescheid über den vorzeitigen Maßnehmenbeginn erhalten. Sobald das LLUR, das zuständige Amt für die GAK-Mittel, ebenfalls seinen Vorab-Bewilligungsbescheid ausgestellt hat, kann die Gemeinde mit der Ausschreibung für die Erstellung des Konzeptes beginnen. 

Parallel zur Fördermittelakquise wurde zur Erstellung einer Verhandlungsgrundlage für Kompensationsmaßnahmen mit dem Land Schleswig-Holstein die SWUP GmbH, ein Büro für Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Mediation, mit der Entwicklung eines weiterführenden Szenarios für den Hafen beauftragt. Dabei handelt es sich um eine Ideenskizze, die einen Rahmen mit Optionen schaffen soll. Im Dezember 2016 waren Mitarbeiter von der SWUP GmbH vor Ort, um sich ein Bild von der Hafensituation zu machen und Informationen zur touristischen Neuausrichtung des Hafens zu sammeln. Dafür besichtigten die Mitarbeiter das Hafenareal und die Seehundstation. Weiterhin berichteten 12 Vertreter aus Politik und Tourismus über ihre Vorstellungen zur Hafenentwicklung. Teilnehmer waren u.a. der LKN, der Deich- und Hauptsielverband, die Seehundstation, die Bürgerinitiative Hafen und Novasol.

Das Entwicklungsszenario wurde auf der Gemeindevertreterversammlung am 1. Februar 2017 vorgestellt. Auf Antrag wurde beschlossen, eine Entscheidung bis zur nächsten Sitzung der GV am 20.02.2017 auszusetzen und die SWUP GmbH mit folgenden Änderungen zu beauftragen:

- keine Häuser auf den Hafenschirmdeichen vorsehen,
- Pfahlbauten in der Höhe absenken - kein Überragen der Deichkrone,
- Verzicht auf Brückenquerung in Hafenmitte,
- Vorsehen eines kleinen Sperrwerks für Sportboote neben dem Schöpfwerk
- Sperrwerksbrücke Binnendeichs verlegen,
- Sportbootclub (Angebot und Infrastruktur) in die Planung aufnehmen,
- Wasserqualität begutachten,
- Vorab-Klärung mit DHSV über die Machbarkeit und Zulässigkeit der Staustufen nebst Röhrichtinseln

Die beschlossenen Änderungen wurden von SWUP GmbH eingearbeitet und auf der 39. Sitzung der Gemeindevertretung am 20.02.2017 vorgestellt. Das überarbeitete Entwicklungsszenario für den Hafen wurde auf der 39. Sitzung zustimmend zur Kenntnis genommen. Des Weiteren ist der Bürgermeister mit der Ausschreibung für die Erstellung des städtebaulichen Hafenentwicklungskonzeptes beauftragt worden. Grundlage dafür bildet das Entwicklungsszenario. Zudem wurde die Beantragung von Fördermitteln für das Entwicklungskonzept sowie die Beauftragung eines Wasserqualitätsgutachtens beschlossen.

In 2018 soll die Erstellung des städtebaulichen Konzeptes für den Hafen beginnen, in dass das Entwicklungsszenario mit einfließen wird.

 

Wasserqualitätsgutachten

Das Hamburger Büro KLS Gewässerschutz wurde im April 2017 mit der Erstellung eines Wasserqualitätsgutachtens für den Hafen beauftragt. An vier Stellen sollen an fünf Terminen im Zeitraum von April bis Oktober 2017 Wasserproben entnommen werden. Die Proben werden an den Zuflüssen aus den Kögen kurz vor der Einmündung ins Hafenbecken und im Hafenbecken selbst genommen. Eine erste Entnahme erfolgte Anfang Mai. Die Ergebnisse der Wasseranalyse sowie Maßnahmenvorschläge bei nicht zufriedenstellender Wasserqualität sind Ende des Jahres zu erwarten.

 

Schöpfwerkbau

Im Mai 2017 hat der Baubeginn des Schöpfwerkes durch das Land Schleswig-Holstein begonnen. Die Fertigstellung soll im Laufe des nächsten Jahres erfolgen. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde der Nichtzulassung der Revision im Verfahren um die Hafeneinziehung durch die Marscheider-Maschinenbau GmbH zurückgewiesen, sodass damit die Einziehung des Hafens rechtsgültig ist und der Sofortvollzug für den Bau des Schöpfwerks beantragt und dem auch stattgegeben wurde. Das Ergebnis der Klage der Gemeinde gegen den Planfeststellungsbeschluss des Schöpfwerkes steht noch aus.

 

Umbau der Seehundstation

Die Umbauarbeiten werden vom Land Schleswig-Holstein gefördert und sollen im Herbst 2017 beginnen. Auflage des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR) zur Förderung war die Erstellung eines Parkplatzkonzeptes, das vom Umsetzungsmanagement in Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Oktober 2016 angefertigt und eingereicht wurde. Außerdem hat der LKN eine halbe Stelle für die Unterstützung der Seehundstation bei den Umbaumaßnahmen geschaffen.